Die neue Axt wird geschärft

Jan

Meine neue Gitarre ist eine G&L Tribute Fallout. Wie ich zu der gekommen bin, könnt ihr hier lesen. Es ist ein gutes und günstiges Indonesien-Modell, das ich vor allem wegen der speziellen Pickup-Kombination ins Auge gefasst hatte. Ein bisschen habe ich seitdem aber mit der Fallout gehadert, vor allem an den klobigen und dick lackierten Hals konnte ich mich nicht recht gewöhnen, und der mies gearbeitete Sattel ging gar nicht. Also habe ich etwas unternommen.

Erstmal musste der Lack vom Hals runter, mit Schleifpapier. Als nur noch Holz übrig war, fing ich an, das Halsprofil zu bearbeiten. Das heisst stundenlang schleifen, säubern, fühlen, weiterfeilen. Der Hals meiner verbrannten Telecaster lag mir eigentlich perfekt, aber den konnte ich nicht mehr zum Vergleich nehmen. Also habe ich ohne Referenz immer weiter da was weggefeilt, wo mich noch was gestört hat. Und das hat richtig Spass gemacht, denn so kam ich dem perfekt bequemen Hals immer näher, absolut maßgeschneidert. Ausserdem konnte ich das Profil in den hohen Lagen, wo man ganz anders greift als in den tiefen, anders gestalten, und einen fliessenden Übergang herstellen. So einen "Compound" hatte ich noch nie, und ich bin sehr gespannt wie sich die Gitarre anfühlt, wenn sie fertig ist. Da sich das fein geschliffene Holz auch viel besser anfühlt als eine dicke Lackschicht, habe ich zum Schutz nur etwas Hartwachsöl aufgetragen, wodurch sich der Hals sehr natürlich und geschmeidig anfühlt. An einem lackierten Hals kann man mit den Handflächen regelrecht hängenbleiben.

Den Headstock, an dem die Tuner befestigt werden, habe ich aber doch noch lackiert, da ich es designmässig noch nicht so berauschend fand. Das hatte ich aber von vornherein vor. Dann noch den Sattel etwas nachgefeilt, und fertig ist ein super Gitarrenhals! 

Nur die riesigen Bundstäbchen finde ich noch etwas gewöhnungsbedürftig - aber wenn ich damit in Zukunft immer noch nicht klarkomme, darf da nur ein Profi ran. Das mache ich nicht selbst.

Ausserdem nahm ich mir noch das cremefarbene Pickguard vor, das auch nicht so mein Fall war. Da das Pickguard der Fallout nicht in anderen Farben erhältlich ist, baute ich mir eins aus einer grauen Hartschaumplatte nach. Das überzeugte mich aber auch noch nicht ganz. Also schliff ich die obere PVC-Schicht des Originals komplett runter, bis auf die darunterliegende schwarze Schicht. Nochmals ein irrer Aufwand, aber ich finde es hat sich gelohnt, jetzt sieht es geil aus!

Der schwarze Body der Gitarre darf erstmal so bleiben, aber vielleicht nehme ich mir den irgendwann auch nochmal vor.

Während ich gerade einen kleinen Krankenhausurlaub einlege, trocknet der Hals schön aus. Wenn ich wieder nachhause kann, wird die Gitarre wieder zusammengesetzt, und dann ist meine Fallout ein Unikat! Wie sie klingt, werdet ihr hoffentlich bald erfahren.