Von der Holzkiste zur Box

Jan

Die tapfer ums Überleben kämpfende Holzkiste darf heute einen weiteren Schritt in ihrer Evolution vom Sondermüll zur Gitarrenbox unternehmen. 

In der Zwischenzeit habe ich neue Lautsprecher besorgt, Buchsen, Verdrahtung, und was man noch so braucht, um aus einer verkohlten Holzkiste, die einmal eine Lautsprecherbox war, wieder eine Lautsprecherbox zu machen. Doch noch ist es nicht soweit.

Zuletzt lagerte sie einige Wochen auf dem Dachboden, da sie -  noch klamm vom Löschwasser - erstmal durchtrocknen musste. Es zeigte sich aber, daß das giftige Klebeschmorzeugs, das das Holz wohl vorm völligen Verbrennen bewahrt hatte, auch verhinderte, daß das Holz trocknen konnte. Stattdessen quoll das Ungemach aus den Poren, verschmierte von neuem die Oberfläche, und musste jetzt endgültig runter. Und das war ein Geduldspiel und Ausdauersport zugleich. Zentimeter für Zentimeter runterkratzen das Zeug, von allen Seiten, aus allen Rillen. Ausserdem offenbarten sich dabei einige Stellen, an denen das Holz schon sehr angegriffen aussieht. Also weiter runterschleifen.
Rubbeln mit Schleifpapier, stundenlang. Erst grob, dann etwas feiner. Vorm Lackieren muss der ganze Russ runter. Zum Abschluss ein Feinschliff mit dem Schwingschleifer (jetzt sind wir bei Tag 2 der Maßnahme, dazwischen lag eine Woche Rücken...), polieren, dann war das Holz fertig zum Lackieren. Für die Rückseite habe ich eine neue Platte besorgt, die Vorderseite bleibt erhalten. Alle Teile bekommen drei Schichten Klarlack: man soll ja nachher noch sehen können, was diese Kiste alles erlebt hat. Was sie wohl als nächstes erleben wird?